Baumstatik-Check

Kipp-/Bruchgefahr von Bäumen kann im Vorfeld des Baumversagens meistens an bestimmten Schadsymptomen erkannt werden. Die visuell-mechanische Biostatische Baumkontrolle dient dem Erkennen und Beurteilen dieser Schadsymptome.

Die gefährlichsten eindeutigen Schadsymptome hinsichtlich der Baumstatik sind:

  • Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten,
  • abgestorbene Rindenpartien / Einwallungen (Hinweis auf pilzbedingte Fäule),
  • tiefreichende Höhlungen,
  • V-förmige Vergabelungen,
  • Astbruch beziehungsweise angebrochene Stämme,
  • verlassene Spechthöhlen,
  • Totäste in der Krone
  • Stammnahe, konzentrisch verlaufende und aufklaffende Bodenrisse.
Lackporlinge
Brandkrustenpilz
Schwefelporling
Zottiger Schillerporling
Riesenporling
Sparriger Schüppling
Feuerschwamm
Zunderschwamm
Hallimasch
Tropfender Schillerporling
Leberpilz
Klapperschwamm
Diverse Pilzbefallsbilder
Bilder harmlosen Pilzbefalls
 

Diese kurze Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind viele weitere hinweisende Symptome bekannt. Die sachverständige Beurteilung hinsichtlich der Baumstatik ist ein Fachgebiet, das sehr große fachliche Anforderungen an den Baumkontrolleur stellt.

Der Baumstatik-Check soll lediglich als Hilfe dienen, bei Ihren Bäumen einmal genauer hinzuschauen. Eine grüne Baumkrone ist noch kein Garant für die Stand- und Bruchsicherheit. Im Zweifelsfall helfen Ihnen Baumsachverständige weiter.

An dieser Stelle wird nur auf die Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten eingegangen. Weitere Ausführungen zu parasitischen Baumpilzen und zu weiteren Schadsymptomen finden Sie auf der Seite Baumkontrollen in der Aufsatzreihe "Biostatische Baumkontrolle", Teile 1-3.

Erstes und wesentliches Schadsymptom am stehenden Baum sind die ausgebildeten Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten. In der Regel treten sie erst viele Jahre nach einer bedeutsamen Schädigung auf, wenn die Holzzersetzung bereits weiter fortgeschritten ist. Ausgangspunkt von Holzzersetzungen sind fast immer Verletzungen.

Stadtbäume sind meist im Wurzelbereich vorgeschädigt. Das Mycel holzzerstörender Pilze „arbeitet“ sich zum Beispiel von den Kappungsstellen gekappter Wurzeln im Laufe der Jahre immer weiter vor bis zum Stamm. In diesem Fall erscheinen die Pilzfruchtkörper zuerst am Stammfuß zwischen den Wurzelanläufen.
Des weiteren können Pilzfruchtkörper an Schadstellen an weiter oben liegenden Baumteilen auftreten. Eintrittspforten waren dann meist Anfahrschäden, Astabschnitte, Kronenanker etc.

Die bedeutsamsten holzabbauenden Pilzgattungen/-arten an Stadt- und Parkbäumen werden nachfolgend anhand eines Bildkataloges vorgestellt (abnehmende Bedeutung innerhalb der Auflistung von oben nach unten). Außerdem werden hinsichtlich der Baumstatik unbedeutsame Pilzbefallsbilder vorgestellt. Auch diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Z.B. können der Schuppige Porling oder der Birkenporling an Stadtbäumen ebenfalls als bedeutsame Holzzerstörer auftreten. Viele gefährliche Pilzbefallsbilder können mit Hilfe des Baumstatik-Checks dennoch erkannt werden.
Grundsätzlich gilt Vorsicht! wenn Pilzfruchtkörper auf dem Holzkörper des Baumes ansitzen. Dann sollte ein Baumsachverständiger hinzugezogen werden, denn es kann Kipp-/Bruchgefahr bestehen.